Ich haette es nicht gedacht, aber dieser Urlaub war richtig, richtig gut.

Feststellung Nr. 1: Ich liebe Tokio.

Feststellung Nr. 2: Die seltsamsten Dinge passieren hier.

Tag Nr 1: Ich bin mit dem Shinkansen los, morgens um 9. 70 Minuten spaeter kam ich in Tokio an,γ€€der Blick auf die Stadt vom Shinkansen aus ist beeindruckend…

Spaeter streife ich durch Asakusa, besuche den Tempel und Schrein,γ€€lauf ueber die Nakamise, esse Ramen und trinke einen Machalatte bei Starbucks, was alles Spass macht, aber trotzdem fuehl ich mich einsam, waehrend ich durch Asakusa’s Gassen laufe.

Es stellt sich heraus, dass das erste Hostel scheisse ist, und zwar richtig… ich bin muede und schlafe um 10 ein, wache genau so muede auf zu Tag 2…

Tag 2: An diesem Tag wollte ich mich eigentlich mit Steve und seinen Freunden treffen, aber alles kommt mal wieder anders, also kaufe ich frustriert ein Subwayticket nach Shibuya… und gehe shoppen πŸ˜€ Den gaaanzen Tag. Am Ende kaufe ich dann aber doch nur bei H&M ein, war ja klar. Aber es war schoeeen. Irgendwann werde schreibe ich Peter, der aber schon was vor hatte (in Akiba, wo sonst…) und fahr leicht bis mittelschwer enttaeuscht zurueck nach Asakusa.

Dort laufe ich aber mal eine andere Route (ha!) – und wen treffe ich? Steve und seine Freundin, mit denen ich zusammen zur Hostelbar gehe, die ugnefaehr fuenf Quadratmeter gross ist, wo ich auch noch seine drei anderen Freunde Spencer, Christin und Andy treffe, die eeeecht nett sind. Andy ist nett und (ich wechsle mal das Tempus…) schien sich irgendwie fuer mich zu interessieren, war letztlich aber einfach nur ein echt netter Typ πŸ™‚ Mysterioes.

So endete der zweite Tag guuuut in der Bar πŸ˜€

Tag 3: An diesem Tag habe ich Marie getroffen! Silvester, yay. Durch ihre eher hirnlose Reisegruppe hat sich meine Aversion gegen Deutschland zeitweise verschlimmert und ich war schon froh, als ich wieder allein durch Tokio streifen konnte. Aber es war schoen, sie zu treffen und ein bisschen mehr von Tokio zu sehen.

Am Abend streifte ich maaal wieder durchs naechtliche Tokio, lief durch Ueno und setzte mich ohne Ziel in die Ubahn, bis Christin anrief und wir uns alle in SHibuya trafen, in eine andere winzige Bar quetschten, tranken und redeten bis es beinahe Zwoelf war. Mit allllllll den anderen Japanern und gaijins liefen wir dann zur Kreuzung um den COuntdown abzuwarten, und es wurde wiiirklich voll. Wir fanden, dass es zu gefaehrlich wurde und wollten uns durch die Massen an den Rand quetschen, was nur halbwegs klappte und darin endete, dass ich die anderen verlor und von zwei jungen Australiern gerettet wurde… die mir ein Bier gaben und nett waren, aber, waehrend ich die anderen anrief, darueber diskutierten wer von ihnen mich haben koennte…

Spaeter fanden wir gluecklicherweise die anderen wieder und sie konnten die beiden abwimmeln, zuuuum Glueck. Steve samt Freundin und Andy hatten schnell die Lust verloren und fuhren so um 1 zurueck zum Hostel, Spender, Christin und mich zuruecklassend. “Es ist Neujahr! Lasst uns feieeern :D”- fanden wir und suchten eine Bar in Shibuya, die wir sogar fanden! Eine kleine Treppe fuehrte in einen Keller mit der wohl bestesten Bar die ich jemals gesehen habe. Wir waren die einzigen Auslaender, wurden von den Japanern mit High-five begruesst und blieben dort… und es war eeeecht lustig!

Wir assen japanisches Essen (Seetang, Zwiebeln und irgendwas aus braunem Zucker), redeten ueber Jungs (wir alle hatten einen crush auf irgendwen :D) und tranken Bier, wuenschten uns Prince “Party like it’s 1969”, was der DJ nicht hatte und wofuer er sich drei Mal entschuldigte, versuchten unser Japanisch am Barkeeper und hinterliessen einen Gaestebucheintrag in der Speisekarte πŸ˜€

Allerdings war ich letztlich recht betrunken, als wir um 6 Uhr morgens zurueckfuhren und ich tooootmuede ins gammlige Hostelbett fiel.

Dann war auch schon Tag 4! Der Tag des Hangovers. Ich traf mich mit Steve&Co, wir assen bei KFC und fuhrenγ€€zum Meiji Schrein, der soooo schoen ist,um eine Hundertyenmuenze als Opfergabe zu bringen und fuer ein gutes neues Jahr zu beten. Dafuer mussten wir zwar eineinhalbstunden anstehen, aaaber es war lustig (waere ohne hangover aber wahrscheinlich lustiger gewesen…).

Abends traf ich mich mit Peter, der ein bisschen besorgt angesichts meiner verzechten Nacht war und mich zu einem Izakaya (Bar&Restaurant, Liebeee) in Ueno brachte und wir aaassen und aaaassen leckeres Essen, tranken die gefuehlte Haelfte der Karte und redeten ueber soooo viel. Am Ende bezahlte er (tsss!) und es war schon nach eins, sodass kein Zug mehr fuhr, was uns ein kauziger Angestellter am Bahnhof besorgt mitteilte und uns riet, zu laufen.

Das taten wir dann auch, weil ich kein Taxi nehmen wollte, ausser wenn ich es bezahlte, was Peter nicht wollte. Also liefen wir ;P

Eine halbe Stunde spaeter kamen wir tatsaechlich in Asakusa an, und ich fiel muede ins Bett… nach einer tollen Nacht πŸ˜€

Tag 5! Steve&Co und ich trafen uns mit Peter und Yuta in Yokohama, wo wir uns alles moegliche anschauten und versuchten ohne zu bezahlen zur obersten Etage des hoechsten Gebaeudes in Japan zu fahren… was natuerlich nicht klappte πŸ˜€

Am Ende mussten wir bezahlen und haben dafuer eine grooooossartige Aussicht auf Tokio und Yokohama genossen.

Abends ging es mal wieder zu Izakaya, bis wir um 12 zurueck (im neuen, andere, tollen!) Hostel waren. Die anderen gingen zu Bett, aber ich wollte noch nicht schlafen, also streifte ich durch die Gassen der Nachbarstadt und endete in der Hostelbar, wo ich einen Sake trank und wartete….

…bis mich eine Gruppe Australier ansprach, mit denen ich lange redete und, aus welchem waghalsigen Grund auch immer, da es nur Jungs waren, zu ihrem Hostel ging. In dessen Keller betranken sie sich und redeten quasi nur auf Japanisch, ohne dass ein Japaner da war πŸ˜€ Es war aber eine lustige und ungefaehrliche Gruppe, sodass ich nach zwei verrueckten aber echt lustigen Stunden zurueck zu meinem Hostel ging und muede ins Bett fiel…

Um zum sechsten Tag aufzuwachen.

Ich schlief laaaange, duschte und machte mich auf zur Bruecke, um Peter zu treffen. Wir fuhren mit dem Boot nach Odaiba, assen zu Mittag und gingen zu dem groooossen Riesenrad am Hafen, auch wenn er meinte Angst vor Riesenraedern zu haben. Am Ende bezahlten wir aber doch fuer eine Fahrt in einer durchsichtigen Gondel πŸ˜‰

Er meinte, er haette schwitzige Haende gehabt, haha….

Danach fuhren wir zur Mitte Tokyos, wo es einen Amusement Park gab, weil ich den roller coaster fahren wollte πŸ˜€ Der hatte leider zu… also wollten wir wieder uns irgendwo hinsetzen und ein bisschen essen.

Alle Restaurants waren leider zu voll und ehe ich mich versah, meinte er “Ich hab ne Idee…”, streckt die Hand aus – und sofort haelt ein Taxi an und wir fahren durchs naechtliche Tokio, durch seinen Heimatstadtteil… und halten irgendwo an, gehen zu Denny’s und bestellen ein bisschen Eis und Kuchen, weil er meinte ich braeuchte Zucker πŸ˜‰

Ich haette es echt nicht gedacht, aber am Ende sassen wir fuenf Stunden in diesem Restaurant und haben ueber so viel geredet, ueber so persoenliche Dinge, ueber unsere Aengste und Schwaechen, wie wir uns verhalten und was wir an uns aendern wollen. Er hat mir seine Geschichte erzaehlt und ich ihm meine. Wir haben Softdrink um Softdrink bestellt, Eiskaffee, Soda, Kaffee, Cola, Melon Soda,… und geredet, geredet, geredet. Und festgestellt, dass es krass ist, wie offen wir reden koennen. Er meinte, er haette lange nicht so viel ueber sich geredet, so offen. Wir sagten: Stell jede Frage die du willst. Und so haben wir eine Menge ueber einander erfahren, ich hab ihn gefragt ob er jede Person gleich behandelt, weil es mir so vorkam, er hat mich gefragt wie ich ticke, ob ich mich aendern moechte, was los war, als ich einmal traurig wirkte.

Und alles kam ganz natuerlich, egal wie persoenlich wir wurden. Es war uuuuunglaublich…

Aber jeder noch so gute Abend endet, und so brachte er mich zur naechsten Station an meinem Hostel und bedankte sich, und alles was ich denken konnte war: Er ist toll!

Ich habe angedeutet, dass ich ihn mag, und weil er Menschen lesen kann, muss er es, glaube ich, wissen. Aber er reagiert nicht weiter, auch wenn er KRASS nett ist, was mich ja zu der Frage mit Jeden-gleich-behandeln gefuehrt hat.

Ich weiss es nicht, aber ich glaube die Antwort zu wissen, auch wenn ich es nicht wahrhaben will. Dennoch hab ich noch nie jemanden (maennliches ;)) kennengelernt, der so faszinierend ist. So stark und so offen und so weise, mit 26.

Was immer auch passiert, ich bin froh ihm begegnet zu sein, diesen Abend erlebt haben zu duerfen, so offen mit ihm geredet haben zu koennen – wow.

Morgen ist der letzte Tag, ich werde mich mit Chika treffen und ein bisschen shoppen und nachdenken…

… Wie komme ich davon los, ihn so zu moegen, wenn es fuer ihn nur Freundschaft ist?

Wie auch immer, dieser Urlaub war guuuut, ich lieeebe Tokio. Nichts ist umwerfender als der Blick auf die Lichter der Stadt von der Bahn ueber die Rainbow Bridge… wow.

Morgen geht es zurueck. Mit Shinkansen, was sonst πŸ™‚

Das ist ein hoellisch langer Eintrag, aber das musste sein… πŸ˜‰

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