Laufen und nicht stehenbleiben!

Es ist abends, und es ist warm. Die Katze kugelt sich auf dem Boden. E-Mails stehen ungeduldig Schlange und wollen beantwortet werden. Meine Faulheit winkt ab und raunzt mit ner Kippe im Mundwinkel “Kommt morgen wieder!”.

Aber das ist okay, denn immerhin sind heut schonmal ein paar Dinge überstanden:

1. Der Sonntag. Der ätzendste Tag der ganzen Welt für P. und mich, gestern. Wir waren so elendig drauf das einfach mal nichts geholfen hat, und wir haben uns rumgewälzt in der Stadt und nichts hat Spaß gemacht und das Wetter mit seinen fetten grauen Wolken drückte uns auf den Köpfen. Bääääh.

2. Der Montag. Früh aufgestanden, mit derselben schlimmen Stimmung, haben wir unsere Kampfausrüstung angezogen und sind in die Schlacht gezogen. Klingt episch, war eher deprimierend.

3. Die Schlacht. Keine Toten, nicht mal Verletzte! Ein paar Schrammen vielleicht. Peter ist nicht gefeuert und ich verstehe meinen Vorgesetzten.

Letztlich war ich doch schlechter vorbereitet als ich dachte xD Meine Vorstellung war so ein Geholper durch irgendwelche Floskeln und ein Bitten um Verständnis für mein grottiges Japanisch. Viel Verbeugen und Lächeln und よろしくお願いします!はじめまして!まだまだです!フラウケと模します!一ヶ月ですね!

Dann hat der nette Y.san mir erklärt, was die NPO so macht und worauf sie basiert. Er ist in den USA aufgewachsen, und sein Amerikanisch ist überirdisch. Waaaauw.

Wir haben eine Runde durchs ganze Büro gemacht und er hat mir jeden Mitarbeiter vorgestellt, mit Namen und Tätigkeit und allem drum und dran. Ich habe mir  null Namen gemerkt… sondern nur gedacht >>Ok, am Ende werde ich für 52 Leute Muffins backen. Am besten 2 Tage vorher anfangen.<<

…deswegen druckte er mir einen Sitzplan mit Namen aus 😀

Zu tun gab es heute hauptsächlich Übersetzungen überprüfen. Und das macht echt Spaß, auch wenn Y.san entschuldigend fragt めんどくさいじゃない?

Denn neben der Englischen ist auch die Japanische Version dabei und ich bastel aus beiden eine neue englische zusammen, was spannend ist 😀 Dabei lerne ich viele neue Vokabeln und Satzbau und kriege interessante Artikel zu lesen.

Dann gab mir H. san Rechnungen, die ich überprüfen sollte. Nach anfänglicher Panik (OMG was hat sie gesagt soll ich tun? Ö_Ö) hab ich’s dann doch gerafft und hingekriegt. Dann gab’s frei und mit entschuldigenden おつかれさまです und 先にしつれいします。。。! wuselte ich mich aus dem Office in die Blechbüchse und wurde heimgeschaukelt.

Leider ist P.s Kampf noch nicht um, auch wenn es schon fast 11 ist. Er muss arbeiten v___v

Hoffentlich kommt er heute Nacht noch heim.

Ohne P. fühle ich mich einsam und allein und verlassen. Der Zauber von damals ist weg, allein im großen Dschungel Tokyo. Es macht Spaß, aber es ist doch same old, same old. Der Zauber an Urlaub ist: du fährst zurück, und du erzählst allen wie toll es war. Der Zauber an Urlaub ist: du bleibst nicht, bis es Nacht wird,  und du dich in dein Bett Zuhause sehnst. Nun ist der Urlaub und der Zauber weg, und hier sind Alltag und das, was du daraus machst.

Magisch bleibt aber der Ort, an dem ich mich zum ersten Mal so frei und unverletzlich gefühlt hab wie nie. Am Ende ist es wieder so – es ist egal, wo du bist. Mit wem du da bist, bestimmt dein Glück. Und es übertrifft einfach nichts mit J. im Schweinestall zu stehen oder mit F. zu philosophieren oder mit B. in der Küche zu stehen, mit dem Geruch von Sommer in der Nase und Essen, das überm Gas köchelt.

Ob ich so einen Ort nochmal finde? Ob ich zu diesem Ort zurückfinde um dort zu bleiben?

 

 

 

 

 

 

Advertisements

One thought on “Laufen und nicht stehenbleiben!

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s